Jugendtag 2012 - Der Gottesdienst im Festzelt

Mehr als 1100 Teilnehmer des Jugendtages feiern gemeinsam Gottesdienst.

Bezirksapostel Nadolny: "Wer sich auf das Risiko des Glaubens einlässt wird Gott erleben!"

160 Sängerinnen und Sänger bilden den Chor

Bezirksapostel Schneider: "Glaube kann man nicht probieren"

Bezirksapostelhelfer Bezgans: "Jesus berühren"

Der Chor: schwungvoll und nachdenklich zugleich
Der Gottesdienst anlässlich des Jugendtages fand am 20. Mai 2012 in einem großen Festzelt am Strand des Werbellinsees statt. Bezirksapostel Wolfgang Nadolny hatte die Jugendlichen der Gebietskirche auf das Gelände der Europäischen Jugend- und Begegnungsstätte eingeladen. Nach der Anreise am Himmelfahrtstag waren der Freitag und Samstag von Großveranstaltungen, Workshops und musikalischen Veranstaltungen geprägt. Etwa 1100 Jugendliche und Betreuer übernachteten auf dem Gelände.
Er sei sehr bewegt, so Bezirksapostel Wolfgang Nadolny, dass es Jugendliche gäbe, die gewillt seien, Gottes Wort zu hören. Gerade hat der Gottesdienst im Festzelt am Strand des Werbellinsees begonnen. Mehr als 1100 Jugendliche und ihre Betreuer haben sich versammelt. Es stelle sich die Frage, warum man eigentlich in den Gottesdienst gehe. „Ich bin hier, weil ich Sehnsucht habe nach Gott“, schildert er seine eigene Motivation. Das Motto „Wer’s glaubt, wird selig“ sei aus dem Kreis der Jugend gekommen und er sei sofort einverstanden gewesen. Es sei eine zweideutige, umgangssprachliche Wendung, sie drücke berechtigten Zweifel aus. Letztlich habe es aber einen biblischen Hintergrund: Als Jesus mit den elf Jüngern das Abendmahl gefeiert habe, habe er ihnen gesagt „Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden“ (Mk 16,16)
Welt ändern – Vorbild sein
Selig zu sein bedeute, vor dem gerettet zu werden, das von Gott trennt. Junge Menschen seien in einer besonderen Lebensphase – dem anspruchsvollen Schritt von der Kindheit zum Erwachsen sein. Man wolle vieles ändern, begehre auf und wolle alles besser machen als die Eltern. „Versucht die Welt zu verändern! Das steht euch zu“, ruft er der Jugend zu. Das sei bei den Älteren auch so gewesen, weshalb sie aus ihrer Erfahrung Ratschläge gäben, denn es sei gar nicht so einfach, die Welt zu ändern. Aber „wir wollen ganz ernsthaft euch als mündige Christen sehen, die Verantwortung für ihr eigenes Handeln übernehmen“. Die Zeit sei „etwas verrückt“, beinahe jeder habe ein Handy, man habe das Internet und alle Informationen fast immer dabei. „Glaubt nicht alles, was man euch erzählt, seid kritisch. Seid euch eurer Verantwortung bewusst und entscheidet dann“, appelliert der Bezirksapostel an die Jugend.
Kurz darauf wendet er sich an die Amtsträger. Die Jugend habe ein Recht darauf, sie zu prüfen und danach zu sehen, ob das gesprochene Wort mit den Taten übereinstimme. „Stellt euch der Prüfung durch unsere Jugend, sie brauchen Vorbilder“. Dabei seien Moralpredigten hinderlich. Die Jugendlichen müssten merken „der meint es grundsätzlich ehrlich und gut, mein Jugendleiter würde für mich durchs Feuer gehen.“ Es brauche authentische Vorbilder, die sich dieser Prüfung stellten.
Das Risiko des Glaubens aktiv eingehen
An die Jugend gewandt führt er weiter aus „Wer sich auf das Risiko des Glaubens einlässt, wird Gott erleben“. Die Allmacht Gottes sei dafür die Grundlage. Aber zuerst komme der Glaube, dann die Erkenntnis. Das sei bei Petrus gut erkennbar. Als Jesus Christus davon sprach, dass man seinen Leib essen und sein Blut trinken solle, seien viele von ihm gegangen. Petrus habe auf die Frage, ob die verbliebenen Zwölf auch weggehen wollten, geantwortet „Wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“ (Joh 6.69). Dabei sei die Reihenfolge entscheidend. „Du musst dich auf das Risiko des Glaubens einlassen – du fällst nicht ins Bodenlose, sondern in die Hand Gottes“. So solle man aushalten, wenn Gott nicht gleich helfe oder anders entscheide als man sich das gedacht habe. Er wisse alles und aus diesem Wissen handle er.
Mit der Geschichte der Hochzeit zu Kana unterstreicht Bezirksapostel Nadolny seine Ausführungen. Es sei sicher peinlich gewesen, dass der Wein bei solch einer großen Feier aus gegangen sei. Und er könne sich vorstellen, dass die Diener überlegt hätten, ob sie alle sechs Krüge mit Wasser füllen sollen oder ob man nicht erst einmal mit einem Krug probieren könne. „Sie haben alle gefüllt, dann geschah das Wunder“. So könne man das Evangelium nicht probieren. „Man muss es machen, sich darauf einlassen“. Es sei seine tiefe Überzeugung „Wenn ihr so glaubt, dann werdet ihr selig“.
Bevor er Bezirksapostel Schneider aus Frankreich zu einem Predigtbeitrag an den Altar bat, erklärte Bezirksapostel Nadolny, er genieße diesen Augenblick. Schließlich sei es das letzte Mal, dass er das könne, fügte er mit schmunzelndem Blick auf dessen anstehende Beauftragung zum Stammapostelhelfer hinzu. „Künftig wird er mich wohl rufen“.
Das Evangelium im Alltag leben
„Ein tolles Motto habt ihr euch ausgedacht“, beginnt Bezirksapostel Jean-Luc Schneider dann seine Predigt. „Glaube kann man nicht probieren“, er werde an den Taten gemessen, die daraus zwangsläufig folgten. Und ob man dem Evangelium glaube, sei dann auch im Alltag zu spüren. Man müsse ehrlich sein, den Nächsten lieben, vergeben und die Priorität auf das ewige Leben setzen. „Ehrlichkeit wird nicht immer belohnt, gewinnt nicht immer sofort“, so der Bezirksapostel. „Wir wollen danach handeln - den Glauben umsetzen“. Daraus folge dann Frieden und Sicherheit. „Wenn du nach dem Evangelium handelst hast du die absolute Garantie, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast“, ruft er der Jugend zu.
Der Glaube an die Wiederkunft Christi gefalle dem Teufel nicht. Er habe auch Jesus versucht und das, als dieser nach 40 Tagen in der Wüste müde und hungrig war. „Das ist doch nicht normal, dass du als Gottessohn so leben musst“ und habe ihn versucht, aus den Steinen Brot zu machen. Und am Kreuz, bei Leid und schlimmen Schmerzen sei der Versucher wieder gekommen: „Bist du Gottes Sohn dann steig herab“. Jesus Christus habe sich aber nicht beirren lassen. „Er wusste‚ mein Vater hat mich lieb“. Diese feste Überzeugung an die Liebe Gottes habe ihm geholfen. „Wir sind Gottes Kinder“, das trage die Gewissheit mit sich, dass die stärkste Prüfung nicht von Gott trennen könne.
Göttliches Leben kann man nicht aufhalten
Es gäbe Situationen da denke man „aus dieser Situation komme ich nicht mehr raus“. Aber das göttliche Leben könne man nicht aufhalten. Das sei bei der Kreuzigung Jesu erkennbar: man habe Jesus umgebracht, ihn in ein Grab gelegt, einen Stein davor gerollt, das Grab versiegelt und Soldaten als Wachen davor gestellt. „Da kommt er nicht mehr raus“, habe man wohl gedacht. Aber die Auferstehung habe das nicht aufhalten können. „Der Glaube an die Auferstehung hilft uns auszuhalten. Wer ausharrt bis zur Ersten Auferstehung der wird selig“.
„Der Herr hat gesagt ‚Ich bin der Weg‘“, führt Bezirksapostelhelfer Viktor Bezgans aus. Die Jugend solle nicht warten bis Gleichgültigkeit einziehe. Man solle Jesus berühren, dahinter stehe die Kraft und Allmacht Gottes. Thomas habe hören müssen „Selig sind die, die glauben und nicht sehen“. Aber „Was von Gott kommt hilft in unserem Leben und führt zum Ziel“ Die Nachfolge erfordere aber Glauben. Es sei wichtig, sich nicht von anderen Dingen übersättigen zu lassen.
Nach dem Heiligen Abendmahl für die Gemeinde und im Anschluss für die Entschlafenen bedankte sich Bezirksapostel Nadolny bei der Jugend und den Organisatoren. „Jetzt ist’s geschafft, habt herzlichen Dank für eure Mitarbeit.“ An Bezirksapostel Schneider gewandt bat er „behalt uns in deinem Herzen. Gottes Gnade möge mit dir sein“. Anschließend rief er die Versammelten auf, auch Gott zu danken. „Mein Wunsch ist, dass jetzt jeder für sich ganz in der Stille dem großen Gott dankt, dass diese Tage möglich waren“ – ein gemeinsames, stilles Gebet in einem großen Festzelt direkt am Strand gibt diesem Sonntag zuletzt ein ganz eigenes Gepräge.
Weitere Informationen, Berichte und Bilder finden Sie auf der Jugendseite der Gebietskirche. Ein zusammenfassender Bericht und eine Fotogalerie folgen in Kürze.
jel

