"Eine Kombination aus Beten und Arbeiten"

18.04.2008

Bezirksapostel Wolfgang Nadolny

"Wir bemühen uns einen würdigen und gediegenen Rahmen zu schaffen"

"Wenn man ein Familienfest vorbereitet, wünscht man sich, dass sich alle Teilnehmer wohlfühlen"

Das Pfingstfest ist in der Neuapostolischen Kirche traditionell ein Großereignis - in diesem Jahr besonders für die Gebietskirche Berlin-Brandenburg, denn der Festgottesdienst mit Stammapostel Wilhelm Leber wird am 11. Mai von Berlin aus in alle Welt übertragen. Fragen an Bezirksapostel Wolfgang Nadolny zum Stand der Vorbereitungen.

Seit langem wird geplant und organisiert, nun rückt das Pfingstfest immer näher - ist die Gebietskirche für diese herausragenden Festtage gerüstet?

Ja, das Pfingstfest ist für unsere Kirche wahrlich in jedem Jahr ein herausragendes Ereignis. Wir gedenken der Ausgießung des Heiligen Geistes und des damit verbundenen Beginns der urchristlichen apostolischen Gemeinde. Wir bezeichnen Pfingsten auch als Geburtsfest der Kirche Christi. In diesem Geschehen sehen wir die Wurzeln unserer heutigen Glaubensge­meinschaft.

Selbstverständlich bereiten wir uns für dieses Jahr besonders vor. Fast 60 europäische Apostel werden in Berlin sein. Eine solche Vorbereitung - gerade wenn ein so umfangreicher Kreis von Gästen erwartet wird - muss natürlich in Ruhe und mit Bedacht erfolgen. Denn wir dürfen ja auch alle anderen Belange der Gebietskirche nicht aus dem Blick verlieren. Blinder Aktionismus oder Hektik wären da fehl am Platz. Dass es dann dennoch gelegentlich zeitlich eng wird bei solchen Vorbereitungen, kann wohl jeder bestätigen, der damit schon zu tun hatte.

Wie sehen die Vorbereitungen konkret aus?

Wir haben vor rund einem Jahr einen Ablaufplan für das Pfingstwochenende entworfen und Zuständigkeiten festgelegt. Es galt dann, den Planungspunkten konkrete Aktivitäten folgen zu lassen: Verhandlungen, Reservierungen, Verträge, Einladungen, Beratungen zum Stand der Dinge und so weiter. Es ist wirklich eine anspruchsvolle Aufgabe, aber ich bin zuversichtlich, dass die Kombination aus "Beten und Arbeiten" zu einem gesegneten Pfingsterleben führen wird. Die Frage, wie wir uns als Gebietskirche auf die Festtage vorbereiten, würde ich zusammengefasst so ausdrücken: Wir bemühen uns in Vorfreude, einen würdigen und zugleich gediegenen Rahmen zu schaffen, der dafür sorgt, dass alle Erlebenden des Pfingstfestes sich wohlfühlen können und auf das Hauptsächliche gelenkt werden - auf den Gottesdienst mit unserem Stammapostel.

Wie verteilten sich die vorbereitenden Arbeiten: Wie viel liegt organisatorisch in der Hand der NAK International, wie viel hat die Gebietskirche zu erledigen?

Die Vorbereitungen liegen hauptsächlich bei der gastgebenden Gebietskirche. Wir sind also in diesem Jahr für die Gestaltung des Pfingstfestes verantwortlich. Es besteht aber ein enger Kontakt zur NAK International, das heißt wir tauschen auf kurzem Wege Informationen aus und beantworten unsere gegenseitigen Fragen. Ich schätze das geschwisterliche Miteinander zwischen den Mitarbeitern in Berlin und Zürich sehr. Für die technischen Dinge der Satelliten-Übertragung ist das bewährte Team vom Bischoff-Verlag in Frankfurt am Main hauptsächlich zuständig.

Nun besteht das Pfingstfest nicht nur aus dem Festgottesdienst am Sonntag, es gibt ebenso traditionell auch ein Rahmenprogramm. Was erwartet die anreisenden Apostel in Berlin?

Es ist schön, dass Sie in Bezug auf das Programm den Begriff "Rahmen" aufgreifen, von dem ich vorhin schon gesprochen habe. Ein Rahmen soll das Bild unterstreichen. So haben wir es uns auch mit dem Programm rund um den Gottesdienst vorgenommen. Am Freitagabend wird es nach dem Eintreffen aller eingeladenen Gäste eine offizielle Begrüßung mit unserem Stammapostel geben. Für den Samstagvormittag ist eine Apostelversammlung anberaumt. Am Nachmittag wird dann ein musikalisches Programm mit unserem traditionellen Berliner Schulchor und dem Orchester in unserer Kirche in Berlin-Lichtenberg die Gäste auf den Pfingstsonntag einstimmen. Anschließend sind die Apostel und ihre Frauen zum Abendessen auf den Berliner Gewässern eingeladen. Dazu wurde ein entsprechend großes Schiff reserviert.

Den Höhepunkt des Pfingstfestes bildet natürlich der Sonntagvormittag. Unser Stammapostel wird - ebenfalls in unserer Kirche Berlin-Lichtenberg - den Pfingstgottesdienst 2008 halten. Dieser wird via Satellit und teils per IP-TV weltweit in mehr als 70 Länder übertragen und dazu in eine Vielzahl von Sprachen übersetzt. Mit einem gemeinsamen Mittagessen und der anschließenden Verabschiedung vom Stammapostel klingt für die Apostel und deren Frauen das Pfingstfest in Berlin aus. Ein Großteil unserer Gäste tritt dann am späten Nachmittag und Abend die Heimreise an.

Wie in den Vorjahren wird es auch diesmal vor Beginn des Gottesdienstes einen einführenden Film geben, der die gastgebende Gebietskirche vorstellen wird. Wie wird sich die NAK Berlin-Brandenburg dort präsentieren?

Es ist ja so, dass die beiden Bundesländer Berlin und Brandenburg im Verhältnis zur Ausdehnung anderer deutscher Gebietskirchen eine relativ überschaubare Größe haben. Und dennoch gibt es eine bemerkenswerte Vielfalt und manchen interessanten Kontrast: Das pulsierende Leben einer Metropole im Gegensatz zur Atmosphäre des beschaulichen brandenburgischen Umlandes. Auch war unsere Gebietskirche - wie keine andere - von der ehemaligen Spaltung und späteren Wiedervereinigung Deutschlands betroffen und geprägt. Davon blieb natürlich auch das Leben der neuapostolischen Christen nicht unberührt. Der einführende Film vor dem Pfingstgottesdienst wird unter anderem diese Thematik aufgreifen. Mehr soll aber noch nicht verraten werden.

Pfingsten ist also für die gastgebende Gebietskirche freudiges Ereignis und logistische Herausforderung zugleich. Haben Sie eigentlich Sorge, bei aller Planung am Ende irgendein Detail vergessen zu haben oder dass etwas schief gehen könnte?

Wenn man ein Familienfest vorbereitet, wünscht man sich, dass sich alle Teilnehmer wohlfühlen und Freude an der Gemeinschaft und am Erleben haben. Da ist es wohl selbstverständlich, dass die Vorbereitungen auch von einer gewissen Sorge um einen möglichst reibungslosen Ablauf begleitet sind. Das trifft auch auf das bevorstehende Zusammensein zum Pfingstfest 2008 zu. Dieses Sorgen sollte sich aber nie zu einer Angst entwickeln. Solche Gefühle würden uns in unserer Arbeit einfach nur behindern. Ich gehe davon aus, dass alle, die in irgendeiner Form an den Vorbereitungen beteiligt sind, aus der Vorfreude Kraft und Motivation ziehen und gewiss mit Liebe und Begeisterung ihr Bestes geben. Und sollte vielleicht dann doch etwas nicht ganz den Vorstellungen entsprechen, bin ich zuversichtlich, bei meinen Brüdern und Schwestern - ob aus nah oder fern - Wohlwollen und Verständnis zu finden.

Kategorie: Spezial